Faule Ausreden in der Bibel

Verben, die im Deutschen mit „aus“ als Präfix gebildet werden, drücken in der Regel einen Vorgang aus, der von Grund aus geschieht, wobei kein Rest mehr übrigbleibt, wie z.B.  „ausdrücken,“ „ausleeren,“ „ausufern“ und viele andere.

Bei „ausreden“ ist es nicht anders. Das Substantiv „Ausrede“ hat jedoch eine Nuance, die wahrscheinlich daher kommt, dass man zu viel „ausgeredet“ hat, wodurch der Wahrheitsgehalt der Rede leidet. So wird aus Rede eine „Ausrede.“ Durch die „Ausrede“ kann man jedoch ganz tief in die Herzensgrube des Redenden sehen: Je fauler die Ausreden sind, desto tiefer ist die Kloake des Herzens und der Mundgeruch ist unerträglich. Es entsteht genau das Gegenteil von „Meines Herzens Reden mögen dir wohl gefallen.“

Auf die übelsten faulen Ausreden in der Bibel werde hier eingegangen. Man findet sie bei Mt 22, 2-10 und Lk 14, 16 – 20. Der Hintergrund ist die Einladung zum königlichen Hochzeitsmahl.

Ehering, Ring, Ehe, Hochzeit

Hier  sind die drei Ausreden der geladenen Gäste:

„Ich habe einen Acker gekauft und muss unbedingt hinausgehen und ihn besehen.“ – So ist das also: ich habe einen Acker gekauft, habe aber keine Ahnung wo er ist und was er taugt! Ich habe im Internet einen Bauernhof gekauft, weiß aber nicht wo er ist!

„Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe hin, sie zu erproben.“ – Ich habe einen Gebrauchtwagen gekauft, muss jetzt noch eine Probefahrt machen – nach dem Kauf!

„Ich habe eine Frau geheiratet, und darum kann ich nicht kommen.“ – Das ist der Höhepunkt der faulen Ausreden, denn im Alten Testament  gab es nur einen Grund, weshalb man nicht dem Ruf des Königs folgen musste: Jungvermählte waren vom Kriegsdienst ausgenommen. Was hier also als Entschuldigung vorgebracht wird, lautet im Klartext: Es besteht Krieg (!), deshalb brauche ich nicht zu kommen.

Nach dieser merkwürdigen Kriegserklärung werden die Boten, die die nächste Einladung überbringen, erschlagen. Erst jetzt kommt es zum Eklat: der König antwortet seinerseits mit Krieg und Vernichtung, aber auch mit einer erneuten Einladung an Willige.

Frage: Weise ich das Geschenk des ewigen Lebens, das Jesus durch sein Blut für mich erworben hat, durch faule Ausreden ab? Die Beantwortung dieser Frage ist entschdend, denn die Ewigkeit dauert ziemlich lange.

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